Vorbei sind die Zeiten, als sich ein paar PC-Freaks mal kurz ins Internet einwählten, um E-Mails zu versenden oder im World Wide Web zu surfen. Nur wenige Bits schickten sie dabei auf die Leitung. Die neue Generation der Internet-Nutzer ist den ganzen Tag online, lädt über die schnellen und billigen DSL- oder Kabelanschlüsse Musik, Spiele, Videos und Fernsehen – und verbraucht am Tag so viele Megabits wie früher im ganzen Jahr.
Obwohl heutzutage an einigen Stellen die Daten per Lichtgeschwindigkeiten durch das Netz donnern, machen sich einige Experten Sorgen. Denn die Datenmengen, die über das Netz geschickt werden, wachsen in atemberaubendem Maße.
Der Grund: Das einst als Transportweg dröger Datenpakete konzipierte Internet wandelt sich rasant zur Multimedia-Rennbahn. Breitband-Angebote wie Live-Fernsehen oder die Video-Streams von YouTube oder Joost laufen klassischen Internet-Diensten wie E-Mail zunehmend den Rang ab.
Schon drohen erste Staus auf der Datenautobahn. „Der Datenverkehr verdoppelt sich jedes Jahr“, melden die Verkehrsstatistiken. Wenn die Netzbetreiber nicht bald in zusätzliche Kapazitäten investieren, prophezeit der US-Marktforscher Nemertes, gibt es ab 2010 die ersten Engpässe.
Die europäischen Netzlieferanten Alcatel-Lucent, Nokia Siemens Networks und Ericsson, die gemeinsam nach schnelleren Übertragungstechniken suchen, schlagen Alarm: Bis zum Jahr 2015 wächst das Internet um den Faktor 100. „Die heute benötigte Netzkapazität beträgt nur ein Prozent der Kapazität, die wir im Jahr 2015 brauchen“,

„Wenn die Vermittlungsrechner an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen, werden die übertragenen Datenpakete beschädigt“, warnt Roberts, der heute Vorstand beim kalifornischen Routing-Spezialisten Anagran ist.
Weitere nur nebenbei erwähnte Probleme wären dass die gesamte Telefonindustrie immer mehr auf das Internet ausgelagert wird.
Im Jahr 2015, prophezeit der Vorstandschef von Nokia Siemens Networks, Simon Beresford-Wylie, werden fünf Milliarden Menschen einen Internet-Anschluss haben (siehe WirtschaftsWoche 6/2008). Der größte Zuwachs kommt aus Entwicklungsländern, die ausschließlich via Funk und Handy surfen, da es dort weder PC noch Festnetz gibt.
Die Quelle dieses Beitrags ist der Artikel Tsunami im Netz: Über die Zukunft des Internets auf wiwo.de
Obwohl der Leitartikel vor ca 10 Monaten erschienen ist, ist das Thema noch lange nicht vom Tisch.
In dem Artikel “Die Zukunft des Internets“, welcher sich auf die vor kurzem erschienen Experten-Analyse des Pew Internet & American Life Projects (welcher hier zu finden und sehr empfehlenswert ist), wird stark vermutet dass das Handy (oder allgemein mobile Geräte) die Zukunft des Internets sind, dass sogar die Mehrheit der Menschen mit diesen mobilen Geräten das Internet erstürmen werden.
Ja, aber Handys etc brauchen doch eine kleinere Bandbreite?
Das will man meinen, zumindest noch!
Denn laut dem Bericht, der sich übrigens auf die Meinung von 578 Internet-Experten stützt, wird die Zukunft in “Spracherkennung und berührungsempfindliche Bildschirme” liegen, was die Bandbreite natürlich nicht sehr gering halten wird!
Zumal: Je mehr Bandbreite vom Anbieter zur Verfügung gestellt und je mehr Qualität an Inhalt über die Geräte an den Nutzer gebracht werden kann, desto mehr wird diese auch von den Entwicklern genutzt!
Mein Fazit: Ich bezweifle dass es ein Internet-Chaos oder andere brutale Einbrüche im WWW geben wird, natürlich vorrausgesetzt die Netz-Giganten fangen jetzt schon an vorzusorgen.
